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Judo: Bayerische Einzelmeisterschaft im G-Judo: Der olympische Geist lebt!

28.03.2017
„Dieses Turnier war so toll, das Beste was ich je auf der Matte erlebt habe – was müssen wir tun, damit wir es nächstes Jahr ausrichten dürfen?“ Diese spontane Reaktion eines Kampfrichters auf der Offenen Bayerischen Einzelmeisterschaft im G-Judo ist umso bemerkenswerter, wenn man weiß, dass dessen Verein gar keine G-Judokas in ihren Reihen hat. Und sie zeigt deutlich das Besondere von Meisterschaften für geistig behinderte Judokas: Selten sieht man so viel Lebensfreude, so viel Begeisterung und so viele positive Emotionen geballt auf einmal in einem sportlichen Wettkampf. Und das bei einer durchgehend wohlmeinenden Grundstimmung nicht nur von Athleten, sondern auch von Trainern, Betreuern und Organisatoren. Hier hat der Olympische Geist noch ein Zuhause!

Natürlich spricht sie auch für die Judoabteilung des ASV Rott/Inn, die die Veranstaltung zügig und gut organisiert über die Bühne brachte. Zwar konnten weder Andreas Mentz noch Florian Linsner ihren Meistertitel verteidigen – Mentz wurde Zweiter, Linsner Dritter – aber erstens sprang mit Josef Staudhammer völlig überraschend ein Turnierneuling in die Bresche und wurde mit einem hochmotivierten und draufgängerischen Kampfstil Bayerischer Meister in der WK3 bis 73 kg. Und zweitens ergänzten Thomas Dobrouschek als Dritter und Stefan Oppelt als guter Vierter ein insgesamt hervorragendes Abschneiden. Und Florian Linsner bekam dann doch noch einen Meisterpokal, nämlich den als bayerischer Gesamtsieger 2016 im Punktekartenwettbewerb. Er hatte am fleißigsten Punkte durch Trainings- und Turnierteilnahmen und vordere Platzierungen gesammelt.

Der sportliche Leiter, Alwin Brenner, im Bayerischen Judo-Verband (BJV) Referent für Integration und Judo für Behinderte und sein Stellvertreter, Hansjörg Bauer, zeigten sich hochzufrieden: „Knapp sechzig Teilnehmer aus elf Vereinen, das kann sich sehen lassen! Schön, dass auch Judofreunde aus Österreich und Hessen den weiten Weg nicht gescheut haben.“ 43 Männer in allen drei Wettkampfklassen (WK) und 14 Frauen in der WK2 und WK3 kämpften in ihren jeweiligen Gewichtklassen um die Medaillen. Aber auch die weiteren Platzierungen gingen nicht leer aus: Sie erhielten SOBY-Schleifen (siehe unten), Urkunden gab es sowieso für jeden Teilnehmer.

Veranstalter war neben dem BJV Special Olympics Bayern (SOBY), die Sportorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung. Special Olympics ist eine Inklusionsbewegung, bei der Sport als verbindender Faktor im Vordergrund steht. Erst wenige Tage vorher hatten BJV und SOBY eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Ziel der Kooperation ist es, “Judo nicht nur für Menschen mit Behinderung anzubieten, sondern für jeden Menschen eine Umgebung zu schaffen, die gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe am Judo ermöglicht“, wie in der Erklärung zur Kooperation unter specialolympics.de nachzulesen ist. Maßgeblich beteiligt ist Alwin Brenner, neben seiner Funktion im BJV auch Bayerischer und stellvertretender Nationaler Koordinator Judo bei Special Olympics.

Die Rotter Judokas ziehen auch noch in anderer Hinsicht eine absolut positive Bilanz: Es war für die Abteilung ein tolles Gemeinschaftserlebnis. Wirklich fast alle, die mithelfen konnten, halfen mit. Aktive Erwachsene einschließlich G-Judokas, die komplette Vorstandschaft, Eltern und, besonders beeindruckend, die vielen Jugendlichen – jede und jeder leistete seinen Beitrag, egal ob für die Turnierorganisation, den Brotzeitstand oder den Auf- und Abbau. Gelebte Inklusion eben.

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