Gründung des ASV im Jahr 1946


“Bereits 1928 fanden sich einige wenige Sportbegeisterte im TV Rott zusammen und bauten mit großem Eifer diesen ersten Verein auf. Die von weitsichtigen Idealisten aufgesparten Geräte waren im August 1946 ein wertvoller Antrieb zu neuer sportlicher Betätigung, nachdem vor dem Krieg der Verein aufgelöst worden war”. (Zeitungsbericht vom 24.06.1950)

Gründungsjahr 1945
Bald nach dem Ende eines verheerenden Krieges regte sich bei der Rotter Jugend wieder der Sportsgeist. In sogenannten wilden Spielen wird dem Fußball nachgejagt. Es kommt der Wunsch auf, alles in geregelte Bahnen zu lenken und einen Verein zu gründen. Widerstände taten sich auf. Viele Leute meinten, die Jungen sollten lieber arbeiten, als Sport betreiben und ein Fußballplatz könnte besser als Wiese zum Kühe halten genutzt werden, als zum Fußballspielen. Von der Militärregierung war es nicht gerne gesehen, wenn man sich in Vereinen zusammenschloss. Nur entnazifizierte Personen durften einem Verein angehören. Mit Eifer wurden solche Rotter Bürger gesucht.

Bald, im Oktober 1946 findet im Bräustüberl die Gründungsversammlung statt. Michael Edinger wird Erster Vorsitzender. Der Verein heißt “Allgemeiner Sportverein Rott/Inn.”

Zu den Gründungsmitglieder gehören:

  • Josef Baumann (verstorben)
  • Paul Brandl (verstorben)
  • Alfons Brandner (verstorben)
  • Sepp Dunst (verstorben)
  • Georg Egger (verstorben)
  • Hubert Egger (verstorben)
  • Josef Gansinger (verstorben)
  • Josef Lanzinger (verstorben)
  • Karl Lau (verstorben)
  • Hubert Lewik (verstorben)
  • Willi Paul (verstorben)
  • Anton Redenböck (verstorben)
  • Siegfried Schimpfhauser (verstorben)
  • Albert Schmidhuber (verstorben)
  • Richard Schwaiger (verstorben)
  • Jakob Vogl (verstorben)
  • Josef Vogl (verstorben)
  • Ernst Zwemke (verstorben)

 
 
 
 

Ein Teil der Gründungsmitglieder bei der 40 Jahre ASV Feier 1972, von links 2. Vorsitzender Richard Lazarus, Bgm. Josef Altinger, 1. Vorsitzender Hans Lanzinger, Landrat Dr. Max Gimple, BLSV-Kreisvorsitzender Willi Schmid, Josef Vogl, Willi Paul, Georg Egger, Josef Lanzinger, Hubert Egger, Josef Baumann, Jakob Vogl, Alfons Brandner, Karl Lau, Anton Redenböck, Paul Brandl, Siegfried Schimpfhauser, Hubert Lewik

 
 

Die 40er Jahre


Zunächst wird allerdings nur Fußball gespielt. Den für den Spielbetrieb notwendigen Fußballplatz stellt Dr. Max Zwicknagl zur Verfügung. Er liegt an der Rottmooser Straße beim Kiermeier Lenz.

 
 

Noch im Laufe des Jahres 1947 kommen zu den Fußballern die Abteilungen Geräteturnen mit Abteilungsleiter Anderl Guggenberger und später Lehrer Franz Hanslmaier, Faustball unter der Leitung von Bert Boos und Tischtennis dazu. Das Feuerwehrhaus und damalige Rathaus diente als Sportstätte. Der Verein wächst bis Ende 1947 auf 81 Mitglieder.

 
 
 
 

die 50er Jahre


1950
Ein bedeutsames Jahr in der Vereinsgeschichte, wie sich später bestätigt, ist 1950. Der große Gönner des ASV, Dr. Zwicknagl, übereignet dem Verein nach dem Fußballplatz auch noch den Stadel daneben. In 4000 freiwilligen und 1000 bezahlten Arbeitsstunden entsteht daraus die Sporthalle.Fotos vom Bau Sepp Dunst und seine Vorstandschaft, Hans Schuster, Ludwig Riedl und Bert Boos meistern die damit verbundenen finanziellen Schwierigkeiten. Rotter Handwerker stunden die Rechnungen bis auf weiteres und man darf mit Ausschüttungen vom Toto rechnen. Halleneröffnung ist am 1. Mai 1950 mit dem Maitanz. Zu einem glanzvollen Fest wird die Einweihungsfeier am 25. Juni 1950. Fotos vom Festzug In der Presse stand zu lesen: “Dr. Zwicknagl übergab sodann in schlichten Worten die neue Sportanlage dem Verein als ein Produkt des Fleißes der Gesamtbevölkerung”. Dr. Kriegisch würdigte als Vertreter des Landrates die Leistungen des Vereins als einzigartig im ganzen Landkreis. Der ASV mit seiner Sporthalle wird zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Rott und Umgebung. Konzerte, Theateraufführungen, Sport- und Tanzveranstaltungen werden abgehalten und ziehen die Leute an. Acht Abteilungen im Verein bieten ein breites sportliches Betätigungsfeld. Es gibt zwischenzeitlich Fußball, Faustball, Leichtathletik, Geräteturnen, Gymnastik, Tischtennis, Tennis und sogar Boxen. Bereits kurz nach der Inbetriebnahme der neuen Halle wurden zahlreiche Veranstaltungen angeboten, vom Dirndlkranzl über zahlreiche Faschingsbälle der verschiedenen Vereine. Dazu wurde die Halle auch immer wieder mit viel Liebe dekortiert.

 
 

1958
Mit der Abteilung Basketball unter Franz Hanslmaier wird die Vielfalt der sportlichen Möglichkeit erweitert.

1959
Die 1. Fußballmannschaft wird C-Klassen Meister

 
 

die 60er Jahre


1962
Nach vierzehnjähriger, umsichtiger Tätigkeit von Sepp Dunst als Erster Vorsitzender übernimmt Franz Xaver Bachmaier die Vereinsführung. Zweiter Vorsitzender bleibt Hans Lanzinger, der dieses Amt seit 1960 innehat. Die Sporthalle, das Herzstück des Vereins, wird modernisiert. Das hierfür aufgewendete Kapital ist gut angelegt. Die Mitgliederzahl steigt auf 153.

1963
Die Abteilung Wintersport entsteht um Paul Gruber und rundet die sportlichen Angebote des ASV ab.

1965
Die Generalversammlung wählt im April Hans Lanzinger zum Ersten Vorsitzenden. Am Sportplatz wird eine Flutlichtanlage installiert. Zur damaligen Zeit eine der ersten im Landkreis Wasserburg. Der Verein zählt 195 Mitglieder. Die Jugendarbeit im Verein wird forciert.

 
 

1968
Das sportliche Angebot des ASV wird um die Abteilungen Judo unter Manfred Furtner und Damen-Gymnastik unter Marianne Klauser (Wanser) und Lisbeth Schimpfhauser erweitert.

1969
An der Sporthalle werden zwei neue Tennisplätze gebaut. Großzügige Unterstützung leistet dabei die ARGE-Innstufe, insbesondre Bauleiter Horst Redick. Das erforderliche Grundstück stellt Frau Strauß kostenlos zur Verfügung. Im Fußballplatz werden Drainagen verlegt. Zum Auffüllen dient Aushubmaterial vom Schulhausneubau. Als Ausweichplatz während der einjährigen Bauzeit stellt Martin Rottenfußer seine Wiese hinter dem Haus zur Verfügung. Die Sporthalle wird weiter saniert, Mauerwerk wird erneuert, eine Heizung eingebaut und der Anschluss an den Kanal kommt. Der Hallenfußboden muss ausgetauscht werden, das Dach wird neu eingedeckt.

1969
Die Abteilung Judo im ASV wird gegründet.

 
 

die 70er Jahre


1972
Der ASV feiert sein 25jähriges Bestehen (ein Jahr verspätet, wegen der Fertigstellung der Sportanlagen). Die Festlichkeiten dauern vom 1. bis 4. Juni. Die Schirmherrschaft übernimmt Landrat Josef Bauer. Alle Abteilungen tragen zum guten Gelingen bei. Die Sporthalle wird vorübergehend zur Festhalle. Festwirt ist Siegfried Schimpfhauser.

 
 
 
 

1974
Auch die Damen haben zwischenzeitlich ihre Liebe zum Fußball entdeckt. Aus einer Betriebsmannschaft der Fa. ALPMA geht die erste Damenmannschaft hervor. Die neue Schulturnhalle wird dem ASV zur sportlichen Nutzung überlassen. Bei Sportplatzrenovierungen und bei der allgemeinen Überbelastung durch die vielen Fußballmannschaften muss eine Ausweichmöglichkeit gefunden werden. Max Zangerl lässt auf seinem Grundstück (heutiges Betriebsgelände) in Meiling spielen. Der ASV errichtet einen Spielplatz auf dem Grundstück zwischen Meiling und Schule. Die Mitgliederzahl steigt auf 550.

Das große Ziel des ASV ist es, ein eigenes Vereinsheim zu errichten und einen neuen Fußballplatz zu bekommen. Es wird nach Möglichkeiten gesucht. Im Zusammenhang mit der Schule kann ein Rasenspielfeld gebaut werden, das letztlich auf die Ausmaße eines Fußballplatzes dimensioniert wurde. Nach umfangreichen Grundstücksverhandlungen wird der Sportplatz gebaut. Während der Bauphase der Gemeinde stellt der ASV die Weichen zum Bau eines Vereinsheimes mit Stockbahnen, denn zwischenzeitlich wurde im ASV die Abteilung Stockschützen gegründet. Parallel zum Projekt “Haager Straße” stand in punkto Tennis eine Entscheidung an. Der Pachtvertrag mit Frau Strauß bezüglich der Tennisplätze am Bahnhof lief aus, kostenträchtige Baumaßnahmen kündigten sich an. Das Grundstück zu kaufen war der Verein nicht in der Lage. Helmut Berger, damals im Gemeinderat und Kenner der Verhältnisse, brachte das ursprüngliche Kläranlagengrundstück der Gemeinde Rott in Leiten ins Gespräch. Bürgermeister Altinger und die Gemeinderäte wurden mit der Idee vertraut gemacht und gaben nach mehreren gemeinsamen Sitzungen grünes Licht. Mit dem ursprünglichen Eigentümer musste eine Einigung wegen der Fahrt und eine Kaufvertragsvereinbarung erzielt werden. Schließlich gab es ein allseitiges Einvernehmen und die Gemeinde räumte dem ASV das erbetene Erbaurecht ein, so dass der Verein den Sprung ins kalte Wasser wagte und beide Projekte in Angriff nahm. In der Vorstandschaft waren damals Hans Lanzinger Erster Vorsitzender, Max Zangerl Zweiter Vorsitzender, Robert Menzl Hauptkassier, Heinrich Heigl Schriftführer, Helmut Weger, Richard Lazarus - später Zweiter Vorsitzender -, Sepp Niedermaier und Schorsch Stubenrauch Beisitzer.

Die Bauleitung für die Tennisanlage haben Sebastian Einzinger und Georg (Jo) Springer. Max Zangerl ist die treibende Kraft in der Anfangsphase beim Bau des Sportheimes an der Haager Straße. Für beide Maßnahmen werden über 30 000 Arbeitsstunden unendgeldlich geleistet. Das ganze Dorf - auch Nichtmitglieder - hilft mit. Es gehört einfach dazu, am Sportheim mitgearbeitet zu haben. Die Finanzierungspläne weisen ein Volumen von knapp 1,5 Millionen DM aus. Der Vorstandschaft gelingt es, Zuschüsse und Darlehen vorzeitig zu erhalten. Die Zinsbelastung wird dadurch sehr vermindert.